Januar 2018

Januar 2018

Start again.... 10 Tage Vipassana Silvesterkurs in Triebel

Immer schon mal wollte ich den Silvesterkurs sitzen, und diesmal hat es geklappt. 10 Tage weg von Einkaufsrummel, Hektik, Stress, Ballerei, was machen wir Silvester...... Auch kein Schluck Sekt zum Jahreswechsel, dafür ein wunderschöner grandioser Vollmond und Schlafen ab 21.30 Uhr.

Obwohl man ja „nur rumhockt“, und das 10 – 12 Stunden am Tag, ist es anstrengend. Gerade das Still sitzen – wenn man sonst viel und gern auf den Beinen ist. Und: den Atem beobachten. Mit dem Geist, mit den Gedanken nicht abschweifen, sondern beim Atem bleiben. Meine Güte! Wie viele Bücher habe ich da in Gedanken geschrieben? Wie viel und oft habe ich in der Vergangenheit gestochert? Wie oft über die Zukunft nachgedacht? Und dann immer wieder diesen unruhigen Geist zur Ordnung gerufen: hier ist der Atem, hier spielt die Musik!

Ich sehe das immer wie einen geraden Weg: ich gehe, will ihn „eigentlich“ zügig und ohne Umwege von A nach B gehen. Nach 2 Schritten ein Schritt ab vom Weg nach rechts. Oh, du wolltest doch auf dem Weg – beim Atem – bleiben! Zurück. Ein paar Schritte, und dann finde ich mich im Gelände wieder, links, WEIT AB vom Weg. Ok, wieder zurück, und die nächsten Schritte brav auf dem Weg bleiben. Während der ersten Tage bin ich mehr „im Gelände“, eigentlich kilometerweit weg von da, wo ich sein sollte. Nämlich nur beim reinen Atem beobachten. Natürlich wird es mit der Zeit besser, nur: immer wieder Abstecher ins Gelände, in die Vergangenheit vor allem. Oder Ausrutscher in den Schlaf.
SO VIEL und SO OFT denke ich nie über Menschen nach, über meine Beziehungen zu ihnen. Über meine Arbeit und die Menschen, die ich dort kennenlerne und mich auch wieder - macnhmal für immer - verabschieden muss.

10 Tage auf diese Art zu verbringen ist nicht einfach. Und es ist auch ein bisschen kasteien. Allerdings: jedes Mal in einem solchen Kurs lerne ich ein kleines bisschen mehr, höre in den (immer gleichen) Abendvorträgen einen Satz, den ich vorher NIE wahrgenommen habe. Dann, denke ich, ist aber gerade dieser Satz in diesem Moment meines Lebens wichtig. Ist gerade jetzt dieses Thema dran.

Und am 11. Tag, wenn sich die Tore der Anlage wieder öffnen, haben sich die angespannten, ernsten, in sich gekehrten Gesichter der Menschen verändert.
Entspannt, lachend, fröhlich... Welt, ich komme wieder. In diesem Fall sogar: Neues Jahr, ich komme!

Es ist immer wieder eine lohnende (Selbst-)Erfahrung, auch wenn man schon den elften Kurs „gesessen“ hat.