Januar 2017

Mal wieder.... Vipassana

Am Sonntag kam ich von einem 10-Tages-Kurs in Triebel im Vogtland zurück. Dieses Mal nicht „Schweigen“, sondern Service in der Küche. Und das tat sooo gut. Ich komme voller Energie in den Alltag zurück.
Als ich das für 10 Tage weggeschlossene Handy wieder bekam war eine whatsapp drauf: „Willkommen in der Normalität“.
Was ist denn nun Normalität? Für die Einen ist es Luxus pur, mit goldenen Wasserhähnen und allem zipp und zapp. Für die Anderen ist es ein Leben in zerbombten Ruinen mit kaum was zu essen und Angst Tag und Nacht. Und alles, was dazwischen liegt... ist für jeden Einzelnen seine eigene Normalität. Oder Realität....

10 Tage in einem bunt zusammen gewürfelten Team, international, die meisten zwischen 18 und 35 Jahren alt. Zwei „silverager“ - eine davon ich. 10 Tage kochen für 140 Leute, und das Mittagessen muss innerhalb von 2 Stunden in den Speisesälen sein. Und? Es funktioniert. Sicher: die Menükarte ist vorgeschrieben. Die Rezepte sind berechnet, die Mengen auch. Trotzdem ist es wunderbar, zu erleben, wie spätestens ab Tag 4 alles mehr oder weniger (eher mehr als weniger!) fließend zusammengeht. Wie zusammengearbeitet wird. Wie man aufeinander eingespielt ist.
Gerade von den jungen Menschen habe ich gelernt, verständnisvoll, verantwortungsbewußt und gelassen miteinander umzugehen. Ein Lehrstück deshalb, weil ich zwar längst nicht mehr so ungeduldig bin wie vor 40 Jahren, aber trotzdem dazu neige. Weil ich eigentlich von meinem Gegenüber genau so viel erwarte wie von mir selbst. Und weil ich es immer noch nicht verstehe oder hinkriege, um Hilfe zu bitten oder zu sagen, daß ich müde bin oder kaputt und daß ich eine Pause brauche. Nunja, vielleicht brauche ich ja wirklich nicht allzuviele Pausen. Aber wenn, dann fällt es mir schon schwer, das zuzugeben.

Was man in jedem Vipassanakurs hört und/oder lernen sollte:
Anerkennen, was ist.
Nichts bewerten.
Das Ego beiseite lassen.
Was gestern war ist vorbei, das muss ich nicht mehr mit mir herumtragen.
Was morgen ist weiß ich nicht.
Mit Kopf und Herz bei der augenblicklichen Sache sein.

Alles schon einmal gehört. Wenn man genau drüber nachdenkt auch alles sehr logisch und sehr richtig. Leider geht’s immer wieder im Alltag unter.