März 2015


Mal wieder: zurück „vom Schweigen“. In 10 Tagen kann man so einiges beackern.

Gleichmut soll man üben, lernen. Ich bilde mir zwar ein, daß es damit schon viel besser aussieht bei mir als noch vor 10 Jahren. Trotzdem gleich zu Beginn die Probe.
Letztes Jahr hatte ich den Luxus von 7 qm Einzelzimmer mit Dusche/WC im neuen Wohntrakt. DAS hatte ich auch dieses Mal erwartet!
Und? Zweitbettzimmer mit raumübergreifend quietschenden Fußbodendielen und ab dem dritten Tag eine Mitbewohnerin.
Dazu noch die zweite Probe in Gleichmut: die neue Meditationshalle – so stands im newsletter – soll mit dem Märzkurs eingeweiht werden. Es ist März und wir sind in der alten Halle...
Ja, das alles sind Luxusprobleme, ich weiß. Nur: Erwartung – Enttäuschung – Gleichmut?!?!?!!! Das Kind in mir hat schon mit dem Fuß gestampft, ja. Aber dann war es auch erstaunlich schnell wieder gut. Nützt ja auch alles nichts, und für die paar Tage...

10 Tage sitzen. Nichtstun. Atmen. Es gibt sehr leichte Stunden (federleicht wollte ich sie nun doch nicht gerade nennen!) und viele schwere. Nicht nur, weil man teilweise todmüde ist, besonders zu Beginn des Kurses (wecken um 4 Uhr, Meditationsbeginn um 4:30 Uhr). In der ersten Phase zwischen 4:30 und 6:30 Uhr sackt man dann schon mal weg in den Schlaf, aus dem man dann mit einem unsanften Ruck wieder hochfährt. Grenzzustände. Stunden, die sich doch etwas unterscheiden von denen von vor 10 Jahren: da saß ich mit einer solchen Wut im Bauch in den Kursen.
Wut? Auf Entscheidungen, die ich getroffen hatte. Auf Hoffnungen und Wünsche, die sich nicht erfüllt hatten. Wut auf Partner und Expartner und auf Freunde. Auf Zustände.
Und was hat sich geändert? Jetzt fehlt zumindest die Wut! Kopfschütteln ist manchmal da über gewisse Lebensentscheidungen. Ich frage mich, weshalb ich manche Dinge getan oder nicht getan habe. Ich gehe mit niemandem mehr ins Gericht. Das ist – für mich – doch schon mal was. Ich gehe nicht einmal mit mir selbst ins Gericht, wenn ich mir im Nachhinein manches auch nur schwer erklären kann, was ich entschieden oder nicht entschieden habe und was sich dann so oder anders entwickelt hat.
Letztendlich bin ich aus genau diesen Gründen jetzt da, wo ich bin. Ich ich will nichts anders haben als so, wie es jetzt ist.
Fazit? Ein guter Kurs für mich. Ich bin zufrieden. Ich fühle mich wohl.

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