August 2014

Beim Tee am frühen Sonntagmorgen hab ich zwei wunderbare Sätze gelesen:
„Ich habe es immer als anmaßend empfunden, vom Märchenprinzen zu träumen, wenn man selbst nicht mal andeutungsweise an eine Märchenprinzessin erinnert.“
Und „die wenigsten Frauen haben den falschen Mann. Die meisten Frauen haben die falschen Träume“.

Geschrieben hat diese Sätze Ildikó von Kürthy in der BRIGITTE.
Die BRIGITTE kaufe ich nicht oft, aber wenn eine Frauenzeitschrift, dann diese. Und heute beim Tee hab ich mir das Dossier vorgenommen „Traummann! Was ist das heute?“

Warum ich das lese? Weil ich a) neugierig bin. Weil ich b) keinen Traummann suche. Weil ich c) mich dafür interessiere, wie junge Frauen ticken. Weil ich d) mich amüsiere: über die heutige Zeit, über die Zeit, als ich in der Situation war, einen Traummann zu suchen, und über die Vorstellungen, was Traummänner sein, machen, tun, haben sollen. Auch über meine damaligen Vorstellungen vom Traummann.

Ich arbeite beim Förderverein für krebskranke Kinder und erlebe oft, wie sich das Leben von (Traum?) Männern – und Frauen!
– in einen Albtraum verwandelt. Ich sehe, wie die Menschen mit den Albträumen umgehen (und ich sehe nur das, was die entsprechenden Menschen zulassen). Ich habe in relativ kurzer Zeit gelernt, daß wir alle uns auf sehr, sehr dünnem Eis bewegen. Daß wir uns einbilden, unverwundbar zu sein. Daß wir nicht an die Endlichkeit des Lebens denken oder erinnert werden wollen.

Ich kenne Menschen, die sehr davon überzeugt sind, alles richtig und gut (und besser als andere) zu machen. Ich kenne solche, die sich selbst zerfleischen. Ich kenne (auch ein Wort aus diesem Dossier) „Wohlfühl-Beauftragte“, die sich selbst so weit hinten anstellen nur daß es dem Anderen gut geht. Ich kenne welche, die wild sind auf Informationen jeder Art, diese speichern und wiedergeben, dabei aber vergessen, sich selbst und ihre Emotionen einzubeziehen.
Ich kenne ernsthafte Männer, Menschen, die sich im klaren darüber sind wie sie ticken und welche Rollen sie wann spielen. Und je älter ich werde lerne ich mich selbst immer besser kennen – wird auch langsam Zeit.

Was das mit der Lomi-Massage zu tun hat? Nichts, denke ich. Hat nur mit meinen momentanen Gedanken zu tun.

In einer WOche werde ich einen Freund besuchen, der weiß, daß er nicht mehr lange zu leben hat. Und gleich danach werde ich für 10 Tage "zum Schweigen" gehen. Vielleicht haben diese Dinge eben auch mit meinen momentanen Gedanken zu tun?