Glück

Zum Glück gehört auch Unglücklichsein, habe ich gelesen. Und eines sei klar: Glücklichsein sei nicht das Gleiche wie Wohlfühlen.

Seltsamerweise wird in den letzten Monaten viel über Glück gesprochen und geschrieben. Keiner weiß aber so recht, wie Glück denn nun sein sollte. "Kommt drauf an"... eine Antwort, die alle meine Lehrer gehaßt haben. Kommt drauf an! Auf die Definition. Auf meine persönliche Einstellung. Auf meine Lebensphilosophie. Auf meine Lebenssituation. Auf meine Gesundheit. Auf meinen Geldbeutel?

Über Glück oder wie glückliche Menschen aussehen gibt es mehr als ein Klischee. Aber jeder von uns hat Bilder davon im Kopf. Die Werbung sorgt dafür!

Im Fernsehen gabs eine Sendung zum Thema GLÜCK, und eine Mutter, die wußte, daß ihr Kind in absehbarer Zeit sterben wird, die sich und dem Kind die Zeit noch verschönert hat, die die Zeit gut genutzt hat, sagte im Bewußtsein, daß sie demnächst ihrem Kind nicht mehr sagen kann, daß sie es liebt "... es hört sich paradox an, aber ich bin glücklich".

Ich wurde in den letzten Wochen auch mehrfach gefragt, wie es mir gehe. Ob ich zufrieden sei. Glücklich? Das ist ein Grund, weshalb ich mir auch so meine Gedanken darüber gemacht habe. Und auch nicht so recht wusste: ist es nun Glücklichsein oder Wohlfühlen? Ist es Zufriedensein oder ist es hoffentlich nicht, sich Dinge und Situationen schönreden?
Daß man glücklich ist "darf" man ja eigentlich gar nicht sagen! Darf mans denken? Oder ist das schon verwerflich?

Ich fühle mich wohl. Lebe in einer schönen Gegend und Umgebung. Habe einen Arbeitsplatz, der mir gut gefällt. Es ist nicht immer einfach, aber das ist es nirgends. Ich bin gesund. Ich habe Familie und Freunde. Ich habe genügend freie Zeit, um raus zu gehen, meine Enkel zu betreuen, meinen Hobbys nachzugehen. Ich glaube nicht, daß ich mehr brauche.

Ist das nun Glück? Für mein Dafürhalten - JA. Ich habe immer gesagt, daß es wichtig ist, mit dem Herzen dabei zu sein. Bei der Arbeit, bei den Hobbys, bei der Liebe. Dann hat man nicht das Gefühl, das Leben sei reine Pflichterfüllung. Und gestern abend erst lese ich in "Das Ende ist mein Anfang" folgenden Satz: "Wenn man sich mit Leidenschaft, Liebe und Hingabe irgend einem Thema widmet, ganz egal welchem, dann lernt man dadurch die Welt zu verstehen".

Daß ich die Welt verstehe, glaube ich nicht so recht. Ich bin schon froh, wenn ich MICH so langsam zu verstehen lerne.