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Ein gescheiter Mensch hat einmal gesagt "Veränderung ist das einzig Konstante" - es war Marc Aurel, und es ist schon lange her, daß er das gesagt hat, aber stimmen tuts immer noch.
Über "Veränderung" lese ich außerdem: "erst muss etwas Altes abgeschlossen sein, bevor ich etwas Neues beginnen kann."
Auch richtig. Daß wir wahrscheinlich alle zögern, oder uns schwer tun, Dinge abzuschließen, zu beenden, das dürfte nichts Neues sein! Solche Schritte sind eben nicht nur mit (Vor)Freude auf etwas Neues verbunden, sondern auch mit der Angst, Fehler zu machen, andere Menschen zu verletzen, und vor allem sind die verbunden mit dem Thema LOSLASSEN. Ich glaube, dies fällt mehr oder weniger allen Menschen nicht unbedingt leicht. Und eben denke ich, das kommt mir doch bekannt vor: im Oktober 2010 hatte ich genau dieses Thema im newsletter, da fing ich ernsthaft an, mich mit "loslassen" zu beschäftigen. Es folgte ein wunderbares Seminar bei Firdouz im RIDAYA (www.ridaya.de), das aufwühlend und sehr erkenntnisreich war. Und - Ironie hin oder her - dieses Thema lässt mich nun nicht so recht los!

Und das alles hat ja auch mit dem Thema "ZEIT" zu tun. Und seltsam genug: momentan lese ich das Buch FRACTAL TIME von Gregg Braden, rede mit niemand darüber, und bekomme eine email mit der Frage "Hast du irgendwann das Gefühl gehabt, daß sich das Empfinden von ZEIT bei dir geändert hat?"

Das ist es, was mich immer wieder in Erstaunen setzt: ich beschäftigte mich mit einem Thema, und von anderer Seite wird genau dieses Thema an mich herangetragen. Und weil "Veränderungen" und "Loslassen" und verwandte Themen eben auch mit "Zeit" zu tun haben, möchte ich einen kleinen Absatz aus diesem Buch hier wiedergeben:
Die Erkenntnis, daß unsere Beziehung zur Zeit etwas ganz Besonderes ist, ist nicht neu. Vor 16 Jahrhunderten schrieb schon der heilige Augustinus: "Was ist Zeit? Wenn mich niemand fragt, weiß ich es. Wenn ich es erklären will, weiß ich es nicht."
Zweifellos ist unsere Erfahrung der Zeit flüchtig und schwer zu erklären. Niemand konnte sie je sehen, direkt messen oder einfangen. Man kann sie nicht speichern und später aufbrauchen. Wenn wir versuchen, zu beschreiben, was Zeit in unserem Leben bedeutet, stellen wir fest, daß wir nur unsere Erfahrung innerhalb der Zeit beschreiben können, nicht die Erfahrung der Zeit selbst. Wir können sagen, daß etwas damals in der Vergangenheit passiert ist, jetzt in der Gegenwart geschieht oder sich irgendwann in der Zukunft ereignen wird.

Und wenn ich mir dann noch überlege, was wir als "wichtig" in unsere Zeit packen, was wir unbedingt machen müssen, zu welchen Dingen wir uns verpflichtet fühlen oder uns selbst verpflichten (und mit "wir" nehme ich mich selbst nicht aus!!!) - dann kann genau DAS traurig machen, denn wie wir wissen, ist unsere Zeit doch arg begrenzt, und wer hat uns verboten, auch ein bisschen davon zu genießen?

".... ein jegliches hat seine Zeit...." das ist für mich, absolut nicht bibelfest, meine Lieblingsstelle in diesem Buch.

In diesem Sinne: time flys, wether you have fun or not.