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"Die Eintrittkarte zum Paradies des Lebens ist Deine Hingabe und Offenheit für die Welt und für alles, das Du erfährst. Wenn Du mit Deinem vollständigen Sein und mit jeder Zelle Deines Körpers verwirklichst, dass Du wirklich nichts benötigst, um glücklich und erfüllt zu leben und dass auch nichts Dich daran hindern kann, glücklich und erfüllt zu leben, wirst Du im Bruchteil einer Sekunde die weit geöffneten Wege zu den Gärten des Glücks finden." Nils Kreidner

Letzten Samstag kam ich zurück vom belgischen Vipassanazentrum. Einmal im Jahr 10 Tage Schweigen – das ist zwischenzeitlich nicht „Gewohnheit“, sondern es gehört für mich dazu. 10 Tage „weg von der Welt da draußen“. Keine Informationen erreichen mich. Kein Telefon, keine sms, keine mail, kein Radio, kein Fernsehen… Zusammen mit den Mitmeditierenden, manchmal sind es gut 90 Personen, aber ohne Blickkontakt, ohne miteinander zu sprechen… das bringt mich immer sehr zu mir selbst. Obwohl es dieses Mal ein bisschen anders war. Zwei Tage vor Seminarbeginn wurde ich gefragt, ob ich denn Service machen wolle. Das hatte ich zwar schon vor zwei Jahren mal angedacht, aber nie getan. Und der Anruf aus Belgien war für mich dann das Zeichen, dass die Zeit dafür wohl reif sei. Daß es dann kein komplettes Schweigeseminar war liegt daran, dass ich zum Küchendienst kam, und kochen für 93 Menschen ohne ein bisschen Sprechen funktioniert nur sehr schlecht.
Im „Leitfaden für die Praxis“ steht: „… alle, die helfen, geben ihren Dienst, ohne etwas dafür als Gegenleistung zu bekommen. Mit ihrem Dienst helfen sie anderen und helfen gleichzeitig auch sich selbst, den eigenen Egozentrismus abzubauen, die Technik tiefer zu verstehen und auf diese Weise auf dem Weg voranzukommen..“

Als ich das erste Mal darüber nachgedacht hatte, einen Kurs mit Service zu machen, sagte ich „die sagen das ja nur, damit sie Leute zum Arbeiten haben“. Jetzt, nach diesem Kurs, sehe ich es tatsächlich anders. Es IST harte Arbeit! In einem „normalen“ Kurs komme ich auf eine völlig andere Art zu mir selbst. Während eines Servicekurses schwirrt so viel anderes mit durchs Hirn: ist alles vorbereitet, haben wir etwas vergessen, hab ich die Milch für morgen bestellt, ist genug Brot da …. Der ganz normale Kleinkram, der in jedem Haushalt anfällt. Trotzdem muss ich nach diesen 10 Tagen mit seelischem Auf und Ab feststellen, dass auch diesmal wieder wesentliche Dinge geschehen sind: viel mehr Verständnis für die „Dinge dahinter“. Viel mehr Wertschätzung für die Arbeit von Menschen, die dafür sorgen, dass die Meditierenden nicht gestört werden durch Alltagsdinge, dass sie auf sich selbst bezogen bleiben können. Und während der Pflichtsitzungen sehr viele Überlegungen mich selbst betreffend, sehr viele Tränen (was in den bisherigen Kursen nie geschehen ist), und vielleicht als Essenz sehr viel mehr Verständnis für die Situation, in der Menschen stecken, die ich sehr liebe. Für meine Situation auch. Auch mehr Gelassenheit und „den Dingen ihren Lauf lassen“ – ohne Gleichgültigkeit. Vielleicht auch mehr Liebe? Erkenntnis, dass ich mich selbst in den letzten Jahren sehr verändert habe. Daß ich die Liebe meiner Freunde ganz anders schätze, als etwas ganz Besonderes annehmen kann. Und: mit Menschen zusammengearbeitet zu haben, die eine echte Bereicherung in meinem Leben sind. "Echte" Zusammenarbeit ohne Konkurrenzdenken, jeder hilft jedem, und auch Dankbarkeit dafür, daß ich mich durch diese 10 Tage sehr getragen gefühlt habe. Nicht immer, nicht unbedingt am Beginn des Kurses, da stand ich mir selbst sehr im Wege. Aber dann: up, up in the sky...

Es gäbe noch so viel mehr, es sind die kleinen Dinge – und ich weiß, dass es MEINE „Erkenntnisse“ sind, die ich nicht auf Andere übertragen kann.